Der NATO-Gipfel in Ankara bestimmt das Bild des Tages. Erdogan nutzt das Treffen, um die geostrategische Unverzichtbarkeit der Türkei zu demonstrieren und zugleich innenpolitisch die Zügel anzuziehen, während NATO-Generalsekretär Mark Rutte mit auffällig unterwürfiger Schmeichelei gegenüber US-Präsident Trump versucht, die USA im Bündnis zu halten und die Verteidigungszusagen der Europäer abzusichern. Beide Lesarten treffen sich in der Einschätzung, dass der Zusammenhalt der Allianz derzeit stark von einzelnen Personen und Symbolik abhängt.
Auch abseits des Gipfels bleibt die geopolitische Lage angespannt. China hat einen seltenen Raketentest durchgeführt, der das Land einem einsatzfähigen nuklearen Dreiklang aus land-, see- und luftgestützten Waffen näherbringt und die asiatischen Nachbarn beunruhigt. Im Iran wird die Trauerfeier für den verstorbenen Ajatollah Khamenei zur Bühne für ein Ringen rivalisierender Lager um Nachfolge und künftigen Kurs des durch den Krieg mit Israel geschwächten Regimes. In Moldau wiederum verdächtigen Politiker Russland, über kremlnahe Strippenzieher die Wahlblockade im prorussischen Gagausien zu befeuern, um die pro-europäische Regierung in Chisinau zu schwächen.
Wirtschaftlich zeigt sich die Welt widerstandsfähiger als erwartet: Der globale Ölmarkt hat das Verschwinden von mehr als einer Milliarde Barrel seit Beginn des Iran-Kriegs bislang gut verkraftet, allerdings auf Kosten stark geleerter Reserven, was künftige Preissprünge wahrscheinlicher macht. Der Speicherchip-Hersteller SK Hynix sammelt mit einem US-Aktienverkauf rund 28 Milliarden Dollar ein und profitiert vom anhaltenden KI-Boom, während die Aktie des britischen Billigfliegers easyJet nach einem Übernahmeangebot über 7,3 Milliarden Dollar zeitweise deutlich zulegte, wenn auch Anleger zurückhaltend blieben.
In der Technologiebranche kündigte Microsoft einen weiteren Stellenabbau von rund 4.800 Arbeitsplätzen an, wovon die Gaming-Sparte um Xbox besonders betroffen ist. Der UN-Generalsekretär rief derweil zu einem globalen Governance-System für künstliche Intelligenz auf und warnte davor, die Zukunft der Menschheit unreflektiert von der Technologie zusammenklicken zu lassen, ein Aufruf, der die Kluft zwischen dem Tempo der KI-Entwicklung und der staatlichen Regulierung unterstreicht.
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