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Erzählfaden · 1 Ereignis

Großbritannien

Symbolbild

Keir Starmer führte Labour im Juli 2024 mit einer Mehrheit von 172 Sitzen an die Macht, allerdings nur mit rund 34 Prozent der Stimmen. In den folgenden Monaten brachen seine Zustimmungswerte stark ein, verschärft durch die Affäre um den früheren US-Botschafter Peter Mandelson, mehrere Rücktritte in seinem engsten Umfeld und schwere Verluste bei den Wahlen in Wales sowie den Kommunalwahlen im Mai 2026. Mehrere Kabinettsmitglieder traten zurück, unter ihnen Gesundheitsminister Wes Streeting, der Starmer offen das Vertrauen entzog. Andy Burnham, der populäre Bürgermeister von Greater Manchester, sicherte sich am 18. Juni 2026 über eine Nachwahl im Wahlkreis Makerfield einen Sitz im Unterhaus, woraufhin Starmer am 22. Juni seinen Rücktritt ankündigte. Für den Posten des Schatzkanzlers gilt die bisherige Innenministerin Shabana Mahmood als vorgesehen; der Wechsel setzt eine Phase politischer Instabilität fort, in der Großbritannien binnen weniger Jahre mehrere Regierungschefs erlebte.

2026 Labour Party leadership crisis (Wikipedia)CNN: Keir Starmer resignation, UK to get sixth PM in seven yearsBloomberg: Burnham Set to Name Shabana Mahmood as UK Chancellor

Verlauf im Detail

Samstag, 18. Juli 2026Geopolitik

Andy Burnham wird Labour-Chef und künftiger britischer Premierminister

Der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, wird an diesem Montag Labour-Chef und damit britischer Premierminister, als Nachfolger von Keir Starmer. Er wäre der siebte Regierungschef binnen eines Jahrzehnts. Als Schatzkanzlerin gilt Shabana Mahmood als vorgesehen.

Der Wechsel fällt in eine Zeit politischer Umbrüche und wirtschaftlicher Stagnation. Die New York Times betont, Burnham werde inmitten von Instabilität der siebte Premier in zehn Jahren, die FT berichtet über Starmers Abschied und die vorgesehene Ernennung Mahmoods zur Schatzkanzlerin. Von links mahnt der Grünen-Vorsitzende Polanski in Politico, Burnham dürfe nicht wie Starmer „auf dem Zaun sitzen“, nachdem dieser erklärt hatte, Labour werde nicht versuchen, „grüner als die Grünen“ zu sein. Der liberale Economist zieht eine gemischte Bilanz von Starmers zwei Jahren, mit Fortschritten, aber zu behäbig. Burnham gilt als Vertreter des linken Parteiflügels und steht sogleich unter Druck von Wirtschaftslage, erstarkender Rechter und den eigenen Reihen. Ob der Wechsel Stabilität bringt oder die Dauerkrise fortsetzt, ist offen.

New York TimesFinancial TimesPolitico EuropeThe Economist