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Erzählfaden · 1 Ereignis

Europas Tech-Souveränität

Symbolbild

Europäische Sicherheitsbehörden, Geheimdienste und Teile des Militärs setzen bei der Auswertung großer Datenmengen seit Jahren auf Software von US-Anbietern, allen voran die Analyseplattform des Konzerns Palantir, die in mehreren deutschen Bundesländern im Einsatz ist. Diese Abhängigkeit gilt als heikel, weil US-Gesetze wie der CLOUD Act amerikanischen Stellen unter Umständen Zugriff auf Daten ermöglichen und der Palantir-Gründer für seine Nähe zur Trump-Regierung kritisiert wird. Deshalb wird seit Längerem über einen europäischen Konkurrenten diskutiert; frühere Initiativen zur digitalen und technologischen Souveränität wie das 2020 gestartete Projekt Gaia-X oder Angebote wie die Open Telekom Cloud sollten die Abhängigkeit verringern, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Eine echte, gleichwertige europäische Alternative fehlte lange, weil es an Skalierung, Marktdurchdringung und politischer Unterstützung mangelte. Dieser Kontext aus Abhängigkeit und Souveränitätsdebatte prägt die aktuellen Bemühungen von Ländern wie Frankreich und Deutschland, sich von US-Software zu lösen.

heise online: Digital Sovereignty, BfV Buys European Palantir AlternativeWirtschaftsWoche: Europas Flucht vor Palantir

Verlauf im Detail

Samstag, 18. Juli 2026Technologie

Frankreich und Deutschland wollen europäischen Palantir-Rivalen aufbauen

Frankreich und Deutschland wollen gemeinsam eine europäische Alternative zur US-Analysesoftware Palantir entwickeln. Damit reagieren sie auf die Abhängigkeit von amerikanischer Software bei Polizei, Geheimdiensten und Militär. Ein hoher NATO-Kommandeur hatte zuletzt beklagt, es gebe bislang keine echte europäische Alternative.

Nach einem Bericht von Politico Europe wollen Paris und Berlin einen europäischen Konkurrenten zu Palantir aufbauen, dessen Analyseplattform in mehreren europäischen Sicherheitsbehörden im Einsatz ist. Hintergrund ist die wachsende Sorge über die Abhängigkeit von US-Software in sicherheitsrelevanten Bereichen, verschärft durch mögliche Zugriffe amerikanischer Stellen und die politische Nähe des Palantir-Gründers zur Trump-Regierung. Ein hoher NATO-Kommandeur hatte betont, es gebe bislang keine gleichwertige europäische Lösung. Fachmedien wie die WirtschaftsWoche verweisen darauf, dass frühere Souveränitätsinitiativen an Skalierung und Marktdurchdringung scheiterten. Die Quellenlage zum konkreten Vorhaben ist noch dünn und stützt sich vor allem auf den Politico-Bericht. Ob aus der Ankündigung ein tragfähiges Projekt wird, muss sich erst zeigen.

Politico EuropeWirtschaftsWoche