China verurteilt Verstaatlichung von British Steel
Großbritannien übernahm die Kontrolle über British Steel, um seine letzte Kapazität zur Rohstahlerzeugung zu sichern. Chinas Handelsministerium verurteilte die Verstaatlichung scharf und drohte mit Maßnahmen zum Schutz chinesischer Unternehmen. Der bisherige Eigentümer war der chinesische Jingye-Konzern.
Die britische Regierung begründet den Schritt laut BBC mit dem Schutz einer lebenswichtigen nationalen Fähigkeit, nachdem Sorgen aufgekommen waren, der frühere chinesische Eigentümer könnte das Werk in Scunthorpe schließen. Al Jazeera betont, dass Großbritannien damit sein letztes funktionierendes Stahlwerk in öffentliche Hand nimmt. Aus chinesischer Sicht liegt der Fall anders: Die Global Times zitiert das Handelsministerium MOFCOM, das die Verstaatlichung verurteilt und robuste Maßnahmen zum Schutz der Interessen chinesischer Firmen ankündigt. Der Streit verbindet Industriepolitik mit Geopolitik, da London eine strategische Grundstoffindustrie vor der Abwicklung bewahren und zugleich chinesischen Einfluss auf kritische Infrastruktur begrenzen will. Ein Wiederanfahren stillgelegter Hochöfen wäre technisch kaum umkehrbar, weshalb die Regierung unter Zeitdruck handelte.
