Serbien und die USA eröffnen strategischen Dialog und unterzeichnen zwei Memoranden
In Washington haben Serbien und die USA einen „strategischen Dialog“ eröffnet und zwei Memoranden unterzeichnet, was Belgrad als historischen Schritt feiert. Außenminister Marko Đurić sprach von einer strategischen Partnerschaft. Beobachter fragen, ob Serbien damit seine jahrelange Politik des Balancierens zwischen Ost und West verlässt.
Die serbische Regierung inszeniert den Auftakt des Dialogs als Beginn eines neuen Kapitels: Đurić gratulierte den Bürgern zur „strategischen Partnerschaft“ mit den USA, und die kosovarische Koha bestätigt nüchtern die Unterzeichnung zweier Memoranden. Das unabhängige serbische Portal N1 fragt dagegen, ob Belgrad damit tatsächlich mit seiner Politik der „vier Säulen“ zwischen Washington, Moskau, Peking und Brüssel bricht. Der Analyst Kostić argumentiert bei N1, Serbien werde weiter balancieren, um Russland nicht zu verärgern, vor allem solange der Streit um den mehrheitlich russisch kontrollierten und US-sanktionierten Ölkonzern NIS ungelöst sei. So stehen die staatsnahe serbische Erfolgsdarstellung, die skeptische unabhängige Sicht und die kosovarisch-albanische Beobachtung nebeneinander. Wie weit die Annäherung trägt, hängt an handfesten Fragen wie Energie, Investitionen und Kosovo.
