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Erzählfaden · 1 Ereignis

Pride in Serbien

Symbolbild

Die Belgrade Pride hat eine von Widerstand und Gewalt geprägte Geschichte: Bereits die erste Parade 2001 wurde gewaltsam attackiert, und die Veranstaltung 2010 mündete in schwere Ausschreitungen, bei denen militante Gegner mit Steinen und Molotowcocktails gegen tausende Polizisten vorgingen und zahlreiche Menschen verletzt wurden. Erst seit 2014 findet die Parade unter massivem Polizeischutz weitgehend regelmäßig statt. 2022 sollte Belgrad als eine der ersten südosteuropäischen Städte die EuroPride ausrichten, doch Präsident Aleksandar Vučić kündigte kurz zuvor ein Verbot des Marsches an, der nach internationalem Druck schließlich in eingeschränkter Form und unter Protesten stattfand. Der Streit spiegelt anhaltende gesellschaftliche Spannungen wider, in denen die serbisch-orthodoxe Kirche und nationalistische Kräfte gegen die LGBT-Bewegung mobilisieren, während Serbien als EU-Beitrittskandidat unter Erwartungen steht, Minderheitenrechte zu stärken.

Wikipedia: Belgrade PrideWikipedia: Belgrade anti-gay riot (2010)TIME: Serbia Was Always a Risky Choice for EuroPride 2022

Verlauf im Detail

Sonntag, 19. Juli 2026Geopolitik

Serbien: Pride-Karawane in Pirot abgesagt, Journalisten angegriffen

In der südserbischen Stadt Pirot wurde eine Pride-Karawane abgesagt, nachdem sich Gegner auf dem zentralen Platz versammelt hatten und die Sicherheit der Teilnehmer gefährdet war. Journalisten, darunter eine N1-Reporterin, wurden angegriffen. Aktivisten und Opposition werfen der Polizei Versagen vor.

Nach Angaben des unabhängigen Senders N1 sagte die Polizei in Pirot die für den Tag geplante Pride-Karawane ab, weil sich auf dem lokalen Platz Männer versammelt hatten, die gegen die Veranstaltung protestierten, und die Sicherheit der Teilnehmer nicht mehr gewährleistet war. Die Organisation „Da se zna!“ verurteilte die Entscheidung scharf und warf der Polizei vor, Hooligans das Leben von Journalisten gefährden zu lassen. Der serbische Journalistenverband UNS verurteilte den Angriff auf die N1-Reporterin Gordana Bjeletić und die Behinderung weiterer Reporter. Die oppositionelle Bewegung PSG sprach von einem offenen Rückzug der Institutionen vor der Gewalt. Die Berichterstattung stammt hier überwiegend aus unabhängigen serbischen Quellen, eine staatsnahe Gegendarstellung liegt nicht vor, was die einseitige Quellenlage sichtbar macht. Der Vorfall reiht sich in die von Widerstand und Gewalt geprägte Geschichte von Pride-Veranstaltungen in Serbien ein und berührt zugleich die Frage der Pressefreiheit im EU-Beitrittskandidaten.

N1 (Da se zna!)N1 (UNS)N1