Nicaragua bricht die Beziehungen zu Italien ab: Streit um einen Moro-Attentäter
Nicaragua kappte die diplomatischen Beziehungen zu Italien, nachdem Rom weiter die Auslieferung eines in Nicaragua lebenden Ex-Mitglieds der Roten Brigaden fordert. Der Mann ist für seine Rolle bei der Entführung und Ermordung des früheren Ministerpräsidenten Aldo Moro 1978 verurteilt. Managua sprach von aggressiven und unverantwortlichen Äußerungen Roms.
Die Regierung von Daniel Ortega reagierte auf die anhaltende italienische Forderung nach Auslieferung des seit den 1980er Jahren in Nicaragua lebenden Verurteilten mit dem Abbruch der Beziehungen, wie die Daily Maverick unter Berufung auf Reuters berichtet. Die Zeit und der Deutschlandfunk ordnen den Schritt in das autoritäre Muster der Ortega-Regierung ein, die in den vergangenen Jahren wiederholt Beziehungen zu westlichen Staaten und zum Vatikan gekappt hat. Italien wirft dem mittelamerikanischen Land vor, ein früheres Mitglied einer Terrorgruppe zu schützen. Die Quellenlage ist dünn und stützt sich vor allem auf europäische Medien und eine Reuters-Meldung; eine unabhängige Darstellung aus Managua liegt kaum vor. Historisch steht der Fall für eines der dunkelsten Kapitel der italienischen Nachkriegsgeschichte, die 55 Tage währende Geiselnahme und Ermordung Moros durch die Roten Brigaden.
